Tagung: Welterkundung in Zeiten von Fake News, Daten, Geschichten und Grafiken »Weitere Infos und Anmeldung

Weltkulturatlas

Kultur in Zeiten der Globalisierung
Daten, Geschichten, Grafiken, Analysen

Daten, Daten, Daten – die vielbeschworene Informations- und Wissensgesellschaft ist zuallererst eine Datengesellschaft. Die Datafizierung durchdringt alle Lebensbereiche, auch den Kultursektor. Digitalisierung und Medialisierung entbinden kulturelle Angebote zunehmend von ihrer geographischen Herkunft und machen sie überall und jederzeit verfügbar. Der Austausch ästhetischer Ansätze und kultureller Formate wächst und beschleunigt sich zusehends. Der Weltkulturatlas will einen Einblick in diese Dynamik, ihre kulturellen Erscheinungsformen und strukturellen Gegebenheiten verschaffen. Er versammelt mehr als zwei Dutzend Geschichten und Grafiken, die eingebettet sind in Forschungsbeiträge, die das komplexe Gelände der Datengesellschaft, der Zivilstatistik, der kulturellen Vermessung der Welt, des aufklärerisch angelegten und ethisch verankerten Kommunikationsdesigns wie auch der Chancen und Herausforderungen der digitalen Informationsgestaltung kritisch beleuchten.

Erhältlich bei www.avedition.de

Der Eiffelturm

Ob Weinschlösser, typisch deutsche Weihnachtsmärkte oder Alpendörfer – kulturelle Erscheinungen, Baudenkmäler und ganze Stadtteile werden von anderen Ländern nachgeahmt. So auch der Pariser Eiffelturm, die architektonische Ikone des 19. Jahrhunderts.

Der Eiffelturm und seine weltweit errichteten Kopien können bei dieser digitalen Umsetzung leicht erschlossen werden. Auf einem Touchscreen sind das Original und alle Repliken schnell anwählbar und vergleichend beschrieben. Die einzelnen Türme lassen sich durch ihre geografische Verortung, sowie ihre unterschiedlichen Größen einfach differenzieren und verdeutlichen somit anschaulich die Häufigkeit und die globale Verteilung des berühmten Bauwerks und seiner Nachbildungen.


Recherche: Carolin Knotz und Pia Lohmann
Gestaltung: Julian Michel und Tobias Rachl
Datengrundlage: Wikipedia, 2018

Weltraumtourismus

Seit den ersten Raumflügen ist die Menschheit fasziniert vom Vorstoß in den Kosmos. Bereits in den 1950er Jahren lieferten sich die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion einen Wettstreit um die Vorherrschaft im All. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen verfolgten im Juli 1969 live die Mondlandung im Fernsehen und noch immer kennen viele die Namen berühmter Missionen wie Gemini, Sojus oder Apollo, die als Meilensteine in der Geschichte der Raumfahrt unvergesslich sind.

Für die Geschichte der Raumfahrt wird bei dieser Informationsgrafik der reale Standort digital erweitert (Augmented Reality). Die einzelnen Missionen lassen sich durch ein »Fenster in eine andere Welt« erkunden und vermitteln sich dem Betrachter in statistischer und bisweilen auch akustischer Form.


Recherche: Julian Michel und Tobias Rachl
Gestaltung: Julian Michel und Tobias Rachl
Datengrundlage: Liste der bemannten Raumflüge in Wikipedia, 2018

Welttourismus in Zahlen

Reisen hat weltweit Hochkonjunktur! In den Jahren 1950 bis 2016 stieg die jährliche Anzahl internationaler Tourismusankünfte beinahe um das 50-fache. Im Jahr 1950 betrug die weltweite Anzahl der Ankünfte internationaler Übernachtungsgäste noch 25 Millionen, 66 Jahre später bereits 1.235 Millionen. Auch die internationalen Tourismuseinnahmen wachsen. Deren jährliche, weltweite Gesamthöhe stieg im gleichen Zeitraum von 2 auf 1.220 Milliarden US$.

Bei dieser Informationsgrafik wird das Medium Plakat digital erweitert. Mittels Augmented Reality können Daten selektiv eingespielt und auf der gedruckten Weltkarte verortet werden. Der Betrachter kann unterschiedliche Themenbereiche auswählen und dadurch die Informationsdichte individuell festlegen.


Recherche: Carolin Knotz und Pia Lohmann
Gestaltung: Julian Michel und Tobias Rachl
Datengrundlage: World Tourism Organization:
UNWTO Tourism Highlights 2017

Herausgeber

Thomas Knubben

ist Professor für Kulturwissenschaft und Kulturmanagement am Institut für Kulturmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Zuvor langjährige Tätigkeit im kommunalen Kulturmanagement. Seine Veröffentlichungen schlagen die Brücke zwischen Kulturgeschichte, Kulturmanagement und Kunst: Hölderlin eine Winterreise (Tübingen 2011), Hans Fähnle. Maler (Hrsg., Frankfurt 2013), Mesmer oder die Erkundung der dunklen Seite des Mondes (Tübingen 2015), Seewein. Weinkultur am Bodensee (Hrsg., Ostfildern 2016).

Erich Schöls

ist Professor für Interaktive Medien an der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg. Zuvor lehrte er am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt und an der Fachhochschule Vorarlberg/Intermedia in Dornbirn. Er ist Gründer und Leiter des Steinbeis Forschungszentrums Design und Systeme, das sich mit der angewandten, interdisziplinären Forschung und Entwicklung im Bereich der digitalen Informations- und Kommunikationsmedien beschäftigt.

Uli Braun

studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und an der Ohio State University Columbus, USA. Seit 1997 ist er Professor für Grafikdesign an der Fakultät Gestaltung in Würzburg. Er lehrte unter anderem als Professor für Typografie an der Hochschule Anhalt in Dessau. Seit 2014 ist er Mitglied des Kunstbeirats des Bundesministeriums für Finanzen in Berlin.